BEDÜRFNISSE DES HUNDES

Der Mensch hat meist eine klare Wunschvorstellung von seinem Hund: er soll lieb und freundlich zu anderen Hunden sein, er soll nicht einfach jagen gehen und auf Ruf soll er sofort zu uns zurückkommen. Natürlich soll er auch locker bei uns an der Leine laufen. Im Haus soll er sich ruhig verhalten, darf keine Gegenstände zerstören und soll alle Besucher freundlich begrüßen. Gleichzeitig soll er aber auch Initiative zeigen und uns im Ernstfall beschützen. Er soll süß sein, soll nur gewünschte Verhaltensformen zeigen und unserem Bild eines "erzogenen" Hundes entsprechen.

 

Doch sind wir uns bewusst, dass auch der Hund gewisse Erwartungen an uns als seinen Sozialpartner hat? Ein Hund kann seine Natur nicht ablegen, weswegen er auch nur ein hündisches Miteinander zwischen Mensch und Hund verstehen kann. Jegliches Verhalten, das wir an den Tag legen, interpretiert der Hund in seiner hündischen Denkweise. Versetzt sich der Mensch jedoch nicht in die Denkweise des Hundes, sind Missverständnisse vorprogrammiert, was schwerwiegende Folgen in der Sozialstruktur der Mensch-Hund-Familie mit sich bringen kann.

 

Aus den 4 Instinkten - Jagdinstinkt, Sexualinstinkt, sozialer Rudelinstinkt und Territorialinstinkt - ergeben sich ganz natürlich die Bedürfnisse eines Hundes, die ihn in seinem Denken und Handeln beeinflussen:

 

Durch den Jagdinstinkt, den jeder Hund - mal mehr ausgeprägt, mal weniger ausgeprägt - in sich trägt, ergibt sich trotzdem für jeden Hund das Bedürfnis, Nahrung zu suchen, aufzunehmen und zu zerlegen.

Selbstverständlich kann man dem Hund deshalb nicht einfach von der Leine nehmen und im Feld Hasen hetzen oder auf der Wiese nach Mäusen wühlen lassen. Das Recht auf Leben haben nicht nur unsere domestizierten Haustiere!

 

Zeigt der Hund jagdliches Verhalten, empfindet dies der Mensch meist als höchst unerwünscht und manchmal sind alle Mittel Recht, um dieses Verhalten abzustellen. Also müssen Disks, Stromhalsbänder usw. her.

Der Hund wird das jagdliche Verhalten womöglich nicht mehr in so großem Ausmaß zeigen, ABER ist dem Bedürfnis des Hundes damit geholfen?

Der Hund hat lediglich gelernt, dass der Mensch den Hund nicht versteht und seine Bedürfnisse mit Füßen tritt.

Welche Basis ist dies für ein gemeinsames Zusammenleben? Ein einseitiges Verhältnis, das zum einen aus Macht und Kommandos besteht und auf der anderen Seite aus Frust und einem Gefühl des Nicht-Verstanden-Werden.

 

Eine Alternative muss also her!

Durch die gemeinsame Jagd auf den Preydummy® (mit Futter gefüllter Beutel, aus dem der Hund seine Nahrung erhält), hat der Mensch die Möglichkeit, dem Hund eine Alternative zu bieten, um seinem Bedürfnis nach Suchen, Hetzen und Fangen nachzugehen. Und dies alles vom Menschen kontrolliert. Mensch und Hund arbeiten bei der Jagd auf den Futterbeutel eng zusammen und kommen gemeinsam ans Ziel. Der Hund lernt den Menschen von einer anderen Seite kennen. Einer Seite, an der sich der Hund gerne orientiert, da der Mensch dem Hund neue Möglichkeiten im Leben zeigt!

 

 

Das Bedürfnis nach Sexualität kommt mit der Pubertät des Hundes von ganz alleine.
Viele Hunde haben in unserer heutigen Gesellschaft jedoch nicht mehr die Möglichkeit, sich ihren Sexualpartner alleine und zu jeder Zeit zu suchen. Auch hier müssen viele Hunde großes Leid erdulden.

Mit einer frühzeitigen Kastration kann man zwar in vielen Fällen das Leid etwas mildern, jedoch hat auch der soziale Status des Hundes einen enormen Einfluss auf die Libido des Hundes.

Durch die Erziehung kann der Mensch einer hohen Libido des Hundes in vielen Fällen vorbeugen.

Die klare Rollenverteilung lässt den Menschen ein Leben lang in der Elternrolle und den Hund ein Leben lang in der Kindrolle. Der Hund bleibt in seiner Entwicklung und seinem Verhalten also eher kindlich und infantil, weshalb er dieses Bedürfnis nach eigener Familie und eigenen Kindern nie richtig entwickeln muss.

 

 

Durch den sozialen Rudelinstinkt hat der Hund das Bedürfnis in einem Rudel bzw. in einer Familie zu leben. Jedoch möchte der Hund in einer Familie leben, die ihn versteht, die seine Bedürfnisse kennt, die ihm Grenzen setzt und auch neue Möglichkeiten zeigt. Eine Familie, in der er lernen kann und die ihm Sicherheit bietet. Hunde wünschen sich ein Teil der Familie zu sein, der seine Aufgaben und Pflichten hat.

Man sieht also: Nicht nur der Mensch hat Erwartungen an den Hund. Auch der Hund hat Erwartungen an den Menschen!

 

 

Mit dem Territorialinstinkt ist nicht gemeint, dass der Hund ein Bedürfnis hat, sein Territorium zu verteidigen oder aggressiv zu reagieren. Dies wäre nur oberflächlich betrachtet. Viel wichtiger ist es zu erkennen, was dahinter steckt. Warum braucht man ein eigenes Territorium? Weil es Sicherheit bietet.

Der Hund hat also vielmehr ein Bedürfnis nach Sicherheit. Wenn der Mensch dem Hund diese Sicherheit nicht bieten kann, erlebt man häufig Hunde, die sich gezwungen sehen, selbst für die Sicherheit sorgen zu müssen. Häufig wird dies dann mit einem Aggressionstrieb oder einem geborenem Alphatier erklärt. Der Mensch hat jedoch lediglich die Chance verpasst, dem Hund zu vermitteln, dass der Mensch für die Sicherheit sorgen kann und der Hund sich auf ihn verlassen kann. Der Mensch hat die Elternrolle für den Hund nicht übernommen!

 

 

Beachtet man die verschiedenen Bedürfnisse des Hundes und lebt man mit dem Hund in einer Beziehung, die auf gemeinsamer Kommunikation und gegenseitigem Verständnis beruht, lassen sich auch die Bedürfnisse des Menschen erfüllen. Das Bedürfnis nach einem gesellschaftsfähigen Hund. Das Bedürfnis nach einem friedlichen und harmonischen Zusammenleben.

 

 

UND SO ERREICHEN SIE UNS.

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